PRAXIS FÜR PSYCHOTHERAPIE · FRANKFURT
Essstörungen
Dr. Christina Archonti · Psychologische Psychotherapeutin
PRAXIS FÜR PSYCHOTHERAPIE · FRANKFURT
Dr. Christina Archonti · Psychologische Psychotherapeutin
Weiterführende Informationen zu Magersucht und Bulimie
Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Merkmale einer Essstörung und Ihrer Behandlungsmöglichkeiten geben.
Die Informationen sind weitgehend allgemein gehalten, da sie sowohl für Betroffene und Angehörige als auch sonstige Interessierte gedacht sind. Da die meisten Betroffenen weiblich sind, wird in den Ausführungen die weibliche Form verwendet (Patientinnen). Die meisten Merkmale gelten auch für den eher geringen Anteil (dieser psychischen Störung) an männlichen Patienten.
Das Untergewicht wird durch den so genannten »Body-Mass-Index« (BMI) bestimmt, ein Wert, der zur Berechnung des gesunden Körpergewichts auch die Körpergröße berücksichtigt.
Berechnet wird der BMI wie folgt: Körpergewicht (in kg) geteilt durch das Quadrat der Körpergröße (in m). Ein BMI von 19 bis 25 gilt als normalgewichtig. Liegt der BMI unter 18 kann das auf eine bereits manifestierte Magersucht hinweisen.
Wichtig:
Untergewicht allein ist noch kein Beweis, dass eine Essstörung vorliegt.
Ebenso schließt eine körperliche Erkrankung, die zu einer Gewichtsabnahme führt, nicht automatisch das Vorliegen einer Essstörung aus.
Eine Diagnose kann nur nach einer eingehenden psychodiagnostischen Untersuchung gestellt werden.
Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie an einer Essstörung leiden, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, einen Facharzt für Psychiatrie oder auch direkt an einen Psychotherapeuten.
Eine diagnostische Abklärung mit Behandlungsempfehlung kann auch hier in der Praxis durchgeführt werden.
Für weitere Fragen und Terminanfragen nutzen Sie bitte das Kontaktformular oder rufen Sie in der Praxis an.
Wie bei magersüchtigen Patientinnen ist eine übertriebene Kontrolle des Körpergewichts ein zentrales Merkmal der Störung.
Menschen, die an dieser Form der Essstörung leiden, verwenden viel Zeit auf die Beschäftigung mit dem Essen, der Überlegung der Möglichkeiten die Nahrungaufnahme zu meiden oder soweit wie möglich zu reduzieren und den befürchteten Wirkungen der Nahrungsaufnahme- der Gewichtszunahme- entgegenzuwirken.
Das Körpergewicht ist bei Betroffenen mit Bulimie nur leicht untergewichtig, häufig im unteren und auch im oberen Normalbereich und kann zeitweise oder dauerhaft bis hin zum Übergewicht reichen.
Eine Bulimie kann in Folge einer Anorexie auftreten oder in eine Anorexie übergehen.
Psychopathologisch ist kaum ein Unterschied zu Betroffenen mit einer Anorexie auszumachen, weswegen diese beiden Störungen in den weiteren Ausführungen zusammengefasst werden.
Hierzu zählen:
Folgende Verhaltensweisen können auf eine Essstörung hinweisen:
Gegenregulatorische Maßnahmen
Hierunter werde alle Verhaltensweisen zusammengefasst, die das Ziel, an Gewicht zu verlieren oder nicht zuzunehmen, unterstützen sollen.
Hierzu zählen:
Bereits zu Beginn des restriktiven Essens, wenn das Körpergewicht noch im normalen Bereich ist, kommt es zu einer Stoffwechselveränderung mit Reduktion des Grundumsatzes.
Je nach Ausprägung der Krankheit (z.B. ob erbrochen wird) kommt zu Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt mit entsprechenden Folgen (Haarausfall, Akne, Wadenkrämpfe, Herzrhythmusstörungen).
Die Störung betrifft auch den Hormonhaushalt, so dass — vor allem bei Anorexie — die Menstruation ausfällt oder — bei sehr jungen Patientinnen — gar nicht erst einsetzt.
Die meisten nehmen ihre Figur deutlich breiter wahr, als sie tatsächlich ist, der Körperumfang, insbesondere von den so genannten »Problemzonen« wird überschätzt.
Betroffene mit Bulimie haben oftmals eine sehr scharf definierte Gewichtsgrenze, die willkürlich gewählt ist und meist im leichten Untergewicht liegt.
Bei besonders schweren Fällen von Anorexie kann die Betreffende sich als »dick« empfinden, selbst wenn sie bereits sehr untergewichtig und abgemagert ist.
Manche empfinden sich nicht als »dick«, so lange sie ein — für andere offensichtliches — Untergewicht beibehalten können. Auch hier spricht man von einer Körperschemastörung.
Für das Selbstbild und die Selbstakzeptanz spielt das Gewicht bzw. die Figur eine entscheidende Rolle.
Eine Essstörung kann erfolgreich behandelt werden — mit langfristig stabilen Ergebnissen.
Das Behandlungsergebnis (Prognose) ist günstiger, je früher die Störung behandelt wird.
Auch bei einer chronifizierten Störung können sich wesentliche Verbesserungen ergeben.
Patientinnen mit Anorexia nervosa
Eine Ausnahme bilden diagnostische und beratende Gespräche zur Abklärung einer Essstörung sowie unterstützende Gespräche (max. bis zu 5 Sitzungen) zur Aufnahme einer stationären Therapie.
Eine Weiterbehandlung von Patientinnen mit Anorexie nach regulärem Abschluss einer stationären Behandlung ist nicht an das Ausgangsgewicht gebunden und findet immer in Kooperation mit einem niedergelassenen Arzt statt.
Patientinnen mit Bulimia nervosa
Bei Patientinnen mit einer Bulimie hängt die Annahme zur ambulanten Behandlung vom gegenwärtigen Gesundheitszustand und der Schwere der bulimischen Symptomatik ab. Dies kann in einem ersten Gespräch geklärt werden.
Sollte eine stationäre Behandlung zum gegenwärtigen Zeitpunkt dringend notwendig erscheinen, teile ich Ihnen dies begründet und nachvollziehbar mit.
Selbstverständlich können Sie anschließend ohne Wartezeit zur poststationären Weiterbehandlung zu mir kommen.
Mit Ausnahme der Körperschemastörung können auch bei normalgewichtigen Patientinnen mit einer sogenannten »Binge Störung« (Fressanfälle ohne Gegenregulation) und übergewichtigen Patientinnen folgende psychische Symptome beschrieben werden:
Dieses Verhalten ist erlernt und zeigt sich bei vielen Betroffenen bereits in der Kindheit und Jugend.
Sollten Sie unter Essanfällen ohne Übergewicht, Übergewicht (BMI >26) oder erheblichem Übergewicht (BMI > 30) leiden, bereits mehrfach erfolglos eine Ernährungsumstellung (oder Diät) zur Reduzierung Ihres Gewichts versucht haben und selbst vermuten, dass Sie an einer Essstörung leiden, können Sie dies in einem Beratungsgespräch abklären lassen.
Für weitere Fragen an mich oder einen Termin, nutzen Sie bitte das Kontaktformular.
